Hunde, Ursprünge und Domestikation
Die Hundeartigen bilden eine außerordentlich artenreiche, entwicklungsgeschichtlich junge Gruppe von Raubtieren. Während man den Hund früher als den „Vater der Raubtiere" ansah und die Hundefamilie in die Verwandtschaft der Marder, Kleinbären und Bären stellte und sie von den frühtertiären Amphicyoniden ableitete, weiß man heute, dass die Amphicyoniden Urbä
ren waren, mit denen die Hunde nicht näher verwandt sind. Sie sind eben keine geologisch alte Raubtiergruppe. Die ersten Vorfahren der Hunde findet man im mittleren Tertiär Nordamerikas (rund 40 Mill. Jahre retour). Von dort aus besiedelten sie zuerst den südamerikanischen Subkontinent und wanderten gegen Ende des Tertiärs, über die zu dieser Zeit noch bestehende amerikanisch-asiatische Landbrücke nach Ostasien ein und breiteten sich von dort aus in vielgestaltiger Artenvielfalt über die Alte Welt aus. Als wahrscheinlich urtümlichste Art ist der Marderhund anzusehen. Die altweltliche Hundegruppe wird hauptsächlich von den Wolfs- Schakal- und Fuchsverwandten repräsentiert. Die im nördlichen Südamerika beheimateten Graufüchse unterscheiden sich als urtümliche Formen sowohl von den echten nordamerikanischen-altweltlichen Füchsen, als auch von den in zwei Einwanderungswellen nach Südamerika vorgedrungenen übrigen südamerikanischen Wildhunden. Keine anderen Raubtiere zeigen in Hinsicht auf Körpergröße und Körperfärbung eine derartige Vielfalt wie die Hunde.
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